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So interessant können Übersetzungslösungen sein

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Warum Like-Blog? Nun, zum einen ist dieser Blog ein Blog, den Sie mögen (und regelmäßig lesen) sollten – zumindest dann, wenn Sie sich für Übersetzungen interessieren. Zum anderen ist das hier behandelte Thema eines, in dem die sinnstiftende Ähnlichkeit zwischen einem Text und seiner Übersetzung im Sprachenpaar Englisch-Deutsch eine zentrale Rolle spielt. Auf dieser Seite diskutiere ich einige interessante Übersetzungslösungen, die mir im Laufe meiner Tätigkeit als Übersetzer und Übersetzungswissenschaftler über den Weg gelaufen sind.

Eine Übersetzungslösung ist immer nur so gut wie die sie stützenden Argumente. Wer also positive oder negative Übersetzungskritik übt, muss diese auch begründen. Wie gut eine Übersetzungslösung ist, erweist sich erst in Relation zu anderen möglichen Übersetzungslösungen in einer gegebenen Übersetzungssituation. Daher sollte ein Übersetzungskritiker oder eine Übersetzungskritikerin nicht nur sagen, warum eine Übersetzungslösung schlecht ist, sondern auch aufzeigen, wie eine bessere Lösung aussehen könnte. Diese Grundsätze der Übersetzungskritik werde ich versuchen zu beherzigen. Das bedeutet auch: Wenn Sie Fragen zu meiner Argumentation haben oder anderer Meinung sind, lassen Sie es mich gerne wissen unter 04171 6086525 oder per E-Mail an bittner@businessenglish-hamburg.de. Doch nun genug der einleitenden Worte. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Ferrofluide (Mai 2026)

Ein simpler Satz – hier noch einmal aus „Bringing NASA down to Earth“ von Tom Huntington (Invention and Technology, Band 23, Herbst 2008) – sollte eigentlich keine Übersetzungsschwierigkeiten bereiten.

„Ferrofluids also can reduce sound distortion in audio speakers.“

Übersetzt wurde: „Ferrofluide sind ebenfalls dazu in der Lage, Klangverzerrungen in Lautsprechern zu verringern.“

Im Zusammenhang geht es um die Einsatzmöglichkeiten von Ferrofluiden. Sehen Sie das Problem?

Vielleicht sagen Sie jetzt: Stilistisch wirkt die Konstruktion „sind [...] dazu in der Lage“ etwas unbeholfen. Damit hätten Sie natürlich recht. Das entscheidende Problem liegt allerdings woanders.

Die Übersetzung von „also“ mit „ebenfalls“ funktioniert im gegebenen Zusammenhang nicht. Denn während das englische Adverb kataphorisch verwendet wird (also mit Bezug auf etwas Folgendes), bezieht sich das deutsche Adverb anaphorisch auf etwas Vorhergegangenes. Damit der deutsche Satz einen Sinn ergäbe, müssten vorher andere Möglichkeiten zur Verringerung von Klangverzerrungen in Lautsprechern genannt werden. Im englischen Original wird vorher jedoch eine andere Einsatzmöglichkeit von Ferrofluiden genannt. Für den hier diskutierten Zielsatz hätte es dann vermutlich im Ausgangssatz geheißen: „Ferrofluids, too, can reduce ...“ oder „Also ferrofluids can reduce ...“.

Ein einfaches Original bedarf in diesem Fall lediglich einer einfachen Übersetzung: Ferrofluide können außerdem Klangverzerrungen in Lautsprechern verringern.